Art.Nr.:

Hauge, Hans: Fast kein Nazi? (Erscheint am 29.06.)

Martin Heidegger: kontrovers diskutiert, philosophiert...

inkl. MwSt (7%)zzgl. Versandkosten
Lieferzeit: 
 
ca. 3-5 Werktage

Vor 100 Jahren vollendete Martin Heidegger sein Hauptwerk Sein und Zeit – vor 50 Jahren starb der »Denker des Seins«

»Der Prophet gilt nichts im eigenen Land«: Das lässt sich schon seit Mitte der 1930er-Jahre auch über Martin Heidegger und Deutschland sagen. War der Begründer der Fundamentalontologie gerade zum Sommersemester 1933 Rektor der Universität Freiburg geworden, trat er bereits ein Jahr später enttäuscht von diesem Amt wieder zurück. Seine Vorstellungen von einer Revolutionierung des Universitätswesens und insbesondere der akademischen Philosophie im Kielwasser der »nationalen Erhebung« waren auf taube Ohren gestoßen und hatten ihm anstelle des erhofften Ruhmes Misstrauen und Feindschaft seitens der Partei und ihrer Ideologen eingebracht.

Um die Beweggründe und Ereignisse dieses Jahres, insbesondere um Heideggers berüchtigte Rektoratsrede vom 27. Mai 1933, ranken sich spätestens seit 1945 die Spekulationen und Anschuldigungen. Neu angefacht und zusätzlich medial verschärft wurde die Debatte 2014 mit der Veröffentlichung der als Schwarze Hefte bekannten Gedankenbücher Heideggers, die »endlich« einen unzweifelhaften Beleg zumindest für die grundsätzliche Judenfeindlichkeit des Philosophen und seiner Philosophie liefern sollten. Das letzte Wort ist auch weiterhin nicht gesprochen: Über Heidegger wird kontrovers diskutiert, philosophiert – und vor allem publiziert.

Den Versuch hingegen, »Martin Heidegger in seiner Zeit« zu sehen und abzubilden, haben schon etliche Biografen unternommen, darunter bekannte Namen wie Rüdiger Safranski oder Lorenz Jäger. Dem Genre entsprechend fokussieren sie jedoch vornehmlich die Privatperson Heidegger und die Menschen in dessen Umfeld. Einem ganz anderen Vorhaben widmete sich der dänische Anglistikprofessor Hans Hauge mit seinem 2016 erschienenen, launig geschriebenen Panorama der Studenten, der Kollegen, der Bewunderer, der Gegner, der Einflüsse und der Vorwürfe – mit dem Meßkirchner Meisterdenker in der Mitte. Dabei wählte er den Kunstgriff, als nominelle Hauptfigur seines Buches einen Mann zu wählen, der weder Deutscher noch – wie die bekanntesten Schüler Heideggers – Jude und somit von allen Befangenheiten frei war: Der in Dänemark bis heute hoch angesehene Religionsphilosoph Knud Ejler Løgstrup hatte während des Rektoratsjahres in Tübingen bei Heidegger gehört und sollte fortan regelmäßig über den Mann und dessen Denken arbeiten. Løgstrup dient als Hintergrund, auf dem sich das feinmaschige Netz des Denkens rund um Martin Heidegger abzeichnet.

Hauges Frage an den Leser lautet: »Kannst du zwischen Person und Sache unterscheiden?« Diese Frage stellt sich nicht nur jedem Deutschen mit Blick auf eine uns zum Vorwurf gemachte geschichtliche Existenz. Sie ist auch eine Grundfrage der intellektuellen Redlichkeit, der auszuweichen nur um den Preis der Ignoranz zu haben ist. Dieses Buch wird dadurch zu einer geistigen Fingerübung auch für Leser, die eigentlich wenig Interesse am Menschen Heidegger und dessen philosophischem Horizont haben.

Mit einem Vorwort von Christian »Outdoor« Illner!

352 Seiten, gebunden, Geltex-Umschlag, mit Lesebändchen

Passend zu diesem Produkt

rochedy-nietzsche-small.jpg
image_102662_1-small.jpg
belloc-hilaire-small.jpg
Ihr Warenkorb: 0 Produkte 0,00 €
 
 
 
 
Ihr Warenkorb ist noch leer.

Ziehen Sie Produkte hierher oder nutzen Sie die entsprechenden Buttons [Jetzt Kaufen] um Ihren Warenkorb zu füllen.