Bartsch, Otto: Otto Strasser - Der linke Nationalsozialist
Biographie
Biographie
Diese Biographie Otto Strassers, neben seinem Bruder Gregor sicherlich der gefährlichste Gegner Hitlers aus den Reihen des Nationalsozialismus, schließt eine zeitgeschichtliche Lücke. Zu lange galt vielen die Opposition gegen Hitler, die sich aus den Reihen der alten Kampfgenossen bildete, als moralisch diskreditiert. Daß sich die „linken Leute von rechts“ innerhalb der NSDAP um die Gebrüder Strasser gruppierten, zeitweise zur offenen Rebellion gegen den „Kleinbürger Adolf Hitler“ (Goebbels) aufriefen und zumindest während einer kurzen Phase 1925 die Chance hatten, die radikal-sozialistische Variante der nationalsozialistischen Ideologie gegen die Münchener Parteiführung um Hitler in der Gesamtpartei durchzusetzen, gehört zu den am wenigsten beachteten Kapiteln der NSDAP-Geschichte.
Bartschs Strasser-Biographie macht diese
Zeit verstehbarer. Er zeichnet die Lebenslinien Otto Strassers, des
theoretischen Kopfes der frühen NSDAP, in einer lebendigen und
spannenden Erzählweise nach und beleuchtet gleichzeitig mit der
Genauigkeit des Historikers den ideengeschichtlichen Hintergrund einer
deutschen Epoche, die in Hitler-Diktatur, Krieg und dem Zusammenbruch
Deutschlands mündete. Das politische Wirken Otto Strassers von seiner
SPD-Mitgliedschaft über die führende Rolle in der NSDAP bis zum Austritt
im Juli 1930 mit dem Aufruf „Die Sozialisten verlassen die NSDAP!“, die
Jahre des Exils und die im Ergebnis erfolglosen Versuche der
organisatorischen Neuformierung einer Strasser-Partei im
Nachkriegsdeutschland werden anhand bislang unausgewerteter Dokumente
und einer Vielzahl von Gesprächen, die der Autor mit Zeitzeugen führte,
eindrucksvoll dargestellt.
Jahrgang 1927, geboren und aufgewachsen in Niederschlesien, Volksschule, Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht, Strafbataillon wegen politischer Äußerungen. Nach 1945 Aufbau der Gewerkschaftsjugend im Industriekreis Peine. 1947 wurde Bartsch Mitglied der KPD, wandte sich aber nach der Niederschlagung des Volksaufstandes in der DDR 1953 vom Kommunismus ab.
Seit 1961 als Schriftsteller und Zeithistoriker tätig. Besonderes Interesse an historischen Nischen, an denen andere achtlos vorübergehen. Bartsch untersuchte mit Vorliebe die Wechselbeziehungen zwischen sozialen Bewegungen, geschichtlichen Krisen und kulturellen Umbrüchen. Günter Bartsch verstarb im Juli 2006.
366 Seiten, Broschur
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