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Der Held des Romans ist ein naiver bürgerlicher Mitläufer, der im hohem Alter als Bewohner eines islamischen Staatswesens im heutigen NRW erkennt, daß er über Jahrzehnte durch die eigene politische Führung belogen wurde, daß er sein ganzes Leben an eine geschickt propagierte Illusion eines multikulturalistischen Miteinanders geglaubt hat, die nie Wirklichkeit wurde. Ausgelöst durch einen Unfall, wird er zum Rebell und stellt sich nun gegen das Gesetz. Er wird angeklagt und kommt vor Gericht. In zahlreichen Rückblenden werden die gern verschwiegenen Kernfragen des Projekts „Bunte Republik“ thematisiert.

Den Aufbau der „Bunten Republik“, beginnend mit der Ansiedlung der ersten „Gastarbeiter“ und endend mit der Gründung eines fremden Staates in Deutschland, erlebt der Held zunächst als unbeteiligter Beobachter. Soweit er die ersten äußerlichen Veränderungen Duisburgs überhaupt bemerkt, – z.B. durch zweisprachige Beschilderungen im Kaufhaus, Demonstrationen fremder Extremisten in der Innenstadt, die Einführung der Geschlechtertrennung im Hallenbad usw. -, beruhigt er sich selbst, erfindet Ausreden, beschönigt. Wie Millionen anderer Deutscher unserer Zeit versucht er, dem Thema auszuweichen, es zu ignorieren, statt sich der Dramatik der Entwicklung mit all ihren Konsequenzen zu stellen und diese Entwicklung entweder klar zu bejahen oder klar abzulehnen. In dieser Neigung, das Thema zu verdrängen, wird der Held durch Staat und Behörden bestärkt:

„Es war daher, als meldete das Wetteramt, um Heiterkeit und ungetrübte Laune zu verbreiten, stets gewohnheitsmäßig eitel Sonnenschein, obwohl man selbst, sobald man sich ein wenig aus dem Fenster streckte, bis zum Horizont bereits pechschwarze Regenschleier vor den Augen hatte.“

Neben der Beschreibung der äußerlichen Veränderung der Stadt ist die uns allen bekannte Atmosphäre des Stillschweigens unter den Deutschen das eigentliche Thema des Kapitels. Wo die Sprache versagt, kommunizieren die Menschen allerdings indirekt, doppeldeutig oder in einer Art Parallelsprache:

„Doch wenn man deutlicher, genauer und auf feine Zwischentöne lauschte, (…), dann hörte man, als sprächen sie zugleich mit einer zweiten Flüsterstimme, die von weiter unten, durch den Schlund heraufgepresst, als leises Raunen aus dem Kehlkopf drang, dass sie noch andere, versteckte Gründe hatten, die sie niemandem erzählten (…)“

Dieses Kapitel „Duisburg“, das den ethnischen Umbau Duisburgs von den ersten „Gastarbeitern“ bis etwa kurz nach unserer heutigen Zeit beschreibt, wird weiter hinten im Buch im sehr viel düsteren Kapitel „Die Taxifahrt“ fortgeführt, das die weitere Entwicklung der künftigen Jahrzehnte darstellt. Während seiner Fahrt zum Gericht betrachtet der Held die verwahrloste Stadtlandschaft eines total buntisierten Duisburgs der Zukunft und beschreibt den nahezu unausweichlichen politischen Automatismus, der zur Gründung eines fremden, nicht-deutschen Staates in NRW führen wird. Das Buch macht uns keine Hoffnungen, dass sich dieser Prozess der Staatengründung friedlich vollziehen wird, auch wenn wir uns derzeit Verhältnisse wie im gegenwärtigen Syrien in der scheinzivilisierten Welt des modernen Duisburgs noch kaum vorstellen können. Oder wie der Held es ausdrückt:

„Aber dass sich auch der Frieden ändern würde, ahnte ich erst langsam. Anfänglich war diese Ahnung nur wie eine kleine Wolke tief am Horizont: Mit einem Seitenblick nimmt man sie wahr, man sieht sie, schenkt ihr allerdings, weil sie so sanft und leise durch die Lüfte schwebt, nicht viel Beachtung, man vergisst sie einfach schnell. Vielleicht, wer könnte das schon sagen, wird es Regen geben, denkt man noch,(…)“

183 Seiten, Broschur

 

 


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